Aus dem Smart-Meter-Rollout ist mittlerweile der Steuer-Rollout geworden. Intelligente Messsysteme (iMSys) werden mit geeigneten Steuerungseinrichtungen wie Steuerboxen ausgestattet, um Verbrauchseinrichtungen wie Wärmepumpen, Wallboxen oder PV-Anlagen netzdienlich steuerbar zu machen. Das nächste Etappenziel ist in Sichtweite: Bis Ende 2026 sollen rund 90 Prozent der neu ans Netz angeschlossenen leistungsstarken Verbrauchseinrichtungen regelbar sein (§ 45 MsbG Abs. 2a).
Das ist ambitioniert. Die Umsetzung im großen Maßstab gilt als technisch machbar, doch für Messstellenbetreiber entstehen prozessuale Herausforderungen, die die Wirtschaftlichkeit stark beeinflussen und sich gegenseitig verschärfen.
Herausforderung 1
Nacherhebung bei Bestandskunden
Das Grundproblem liegt häufig in der Datenlage. Bei Neuanlagen werden Geräteinformationen meist im Rahmen etablierter Portalprozesse erfasst. Bei Bestandskunden sieht das anders aus.

„Viele Anlagen, die vor Jahren installiert worden sind, wurden eingerichtet, als entsprechende Datenprozesse noch nicht vorhanden waren. Messstellenbetreiber wissen oft nicht, welches Fabrikat verbaut ist oder welche Kommunikationskanäle unterstützt werden“, sagt Jens Ungerer, Geschäftsführer von Bittner+Krull.
Für den Großteil der Bestandsanlagen führe deshalb kein Weg an einer systematischen Nacherhebung vorbei. Und genau diese Datenlücke verschärft die nächste Herausforderung.
Herausforderung 2
Inkompatible Steuerboxen
Steuerbare Verbrauchseinrichtungen kommunizieren über unterschiedliche Standards wie EEBus, Modbus, Relais oder IP. Nicht jedes Protokoll ist mit jeder Steuerbox kompatibel.

„Es gibt einen bunten Blumenstrauß an Protokollen, und welche zum Einsatz kommen, hängt stark vom jeweiligen Lieferanten ab“, erläutert Jens Ungerer weiter.
Wer vor der Installation nicht weiß, welche Schnittstellen vorhanden sind, riskiert kostspielige Hardware-Entscheidungen, die sich erst beim Kundenbesuch als Fehler herausstellen – eine direkte Konsequenz fehlender Bestandsdaten. Und diese Konsequenzen reichen weit: bis in die Koordination vor Ort.
Herausforderung 3
Abstimmung zwischen Monteur und Installateur
Im Steuer-Rollout treffen zwei Verantwortungsbereiche aufeinander: Der Messstellenbetreiber ist zuständig für Messeinrichtung, Smart-Meter-Gateway und CLS-Infrastruktur. Ab der Übergabeschnittstelle liegt die Verantwortung beim Installateur, der Steuerbox und steuerbare Verbrauchseinrichtungen anbindet.

„Am sinnvollsten ist es, wenn Monteur und Installateur gleichzeitig vor Ort sind. Das bedeutet aber einen erheblichen Koordinationsaufwand, der bei einem Massen-Rollout nicht unterschätzt werden darf“, so Jens Ungerer.
Auch wenn im Vorfeld einige Informationen vorliegen, gibt es vor Ort noch viel Klärungsbedarf zwischen Monteuren und Installateuren.
Argos: Strukturierte Prozesse auf einer Plattform
Wer das Datenproblem an der Wurzel löst, entschärft alle drei Herausforderungen gleichzeitig. Genau hier setzt Argos an. Das Metering-Betriebssystem von Bittner+Krull bildet den gesamten Steuer-Rollout-Prozess vollständig digital ab, von der Datenerhebung bis zum abgeschlossenen Pairing.

Herausforderung 1 gelöst: Nacherhebung bei Bestandskunden
Vor dem Rollout Daten erheben

Argos.GRG
Argos.GRG, das zentrale smarte Gerätemanagement, prüft für jedes Anschlussobjekt, ob alle Gerätedaten vorliegen. Fehlen Informationen, initiiert das Monitoring-System ein Kundenanschreiben zur Datenerhebung ohne separaten Außendiensteinsatz. Erst wenn die Datenlage ausreichend ist, geht der Rollout in die nächste Phase.
Herausforderung 2 gelöst: Inkompatible Steuerboxen
Richtige Hardware von Anfang an

Argos.ROP
Auf Basis der erhobenen Daten ermittelt das Rollout-Planungstool Argos.ROP, welche Objekte in welchem Zeitraum angegangen werden.

Argos.AM
Argos.AM, der SAP-Auftragsmanager, übergibt die erforderlichen Informationen inklusive benötigter Hardware an das ERP-System und erzeugt einen vollständigen Wechselauftrag. Andere ERP-Systeme wie SEV oder Schleupen lassen sich per API anbinden.
Herausforderung 3 gelöst: Abstimmung zwischen Monteur und Installateur
Koordination ohne manuelle Abstimmung

Argos.WFM
Der Auftrag landet direkt im Workforce-Managent-System Argos.WFM. Ihr Kunde erhält automatisch ein Anschreiben mit QR-Code, um die Abstimmung zu automatisieren. Der Installateur bucht darüber seinen Termin, das System gleicht ihn automatisch mit den Monteurs-Kapazitäten ab. Manuelle Koordination entfällt.

Argos.APP
Vor Ort arbeiten beide Seiten mit eigenen Apps: Monteure mit der Argos.APP, Installateure mit einer deutlich schlankeren Version. Beide dokumentieren ihre Schritte unabhängig, bei Bedarf auch zeitversetzt.
Nach der Installation überwacht Grid Guard den Pairing-Prozess und prüft dauerhaft, ob alle Kommunikationskanäle stabil bleiben.
Ein Rollout, der sich skalieren lässt
Argos.Connect ist kein Alles-oder-nichts-Angebot. Als API-First-Plattform lassen sich bestehende ERP-, CRM- und Spezialsysteme flexibel einbinden. Wer bereits Teile der Infrastruktur betreibt, kann gezielt ergänzen.
Lassen Sie uns ins Gespräch kommen!
Bittner+Krull bietet Workshops an, in denen wir gemeinsam mit Ihnen ein konkretes Zielbild entwickeln – auch ohne bestehende Vertragsbeziehung. Sprechen Sie uns zum Thema Steuer-Rollout gerne an.
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