Die 20-Prozent-Quote im Smart-Meter-Rollout ist erreicht. Gleichzeitig wird die Kluft zwischen regulatorischer Zielerfüllung und operativer Realität immer deutlicher. Messstellenbetreiber, die ihren Fokus jetzt auf eine belastbare Rollout- und Betriebsplanung legen, schaffen Stabilität für die kommenden Rollout-Stufen – insbesondere dann, wenn der iMSys-Betrieb von Anfang an mitgedacht wird.
Zum Stichtag 30. September 2025 waren 20,2 Prozent der quotenrelevanten Pflichteinbaufälle mit intelligenten Messsystemen (iMSys) ausgestattet (Bundesnetzagentur, Quartalserhebung Q3/2025). Damit ist das Ziel für Ende 2025 rechnerisch erfüllt. Über alle Messlokationen hinweg liegt die iMSys-Quote jedoch nur bei 3,8 Prozent. Im europäischen Vergleich bleibt Deutschland damit deutlich hinter dem Durchschnitt von rund 63 Prozent installierter Smart Meter zurück.
Ursachen für Verzögerungen im Smart-Meter-Rollout
Die Unterschiede zwischen den Messstellenbetreibern sind erheblich. Große grundzuständige Messstellenbetreiber (gMSB) erreichen im Schnitt rund 25 Prozent, während kleine Messstellenbetreiber mit weniger als 30.000 Messlokationen lediglich 8,2 Prozent erzielen. Ursachen sind unter anderem:
lange regulatorische Unsicherheiten
begrenzte personelle und operative Kapazitäten
hohe IT- und Sicherheitsanforderungen
eine stark fragmentierte Messstellenlandschaft

Von der iMSys-Rollout-Quote zur betrieblichen Wirklichkeit
Die bisherigen Erfahrungen im Smart-Meter-Rollout zeigen deutlich: Die reine Erfüllung gesetzlicher Einbauquoten ist kein geeignetes Steuerungsinstrument für einen leistungsfähigen Netz- und Messstellenbetrieb. Eine isolierte Quotenbetrachtung erfüllt zwar formale Anforderungen, bildet jedoch weder die betriebliche Realität ab noch ermöglicht sie einen wirtschaftlich tragfähigen Einsatz intelligenter Messsysteme.
Messstellenbetreiber stehen daher vor einem notwendigen Perspektivwechsel: weg von der Frage „Welche Quote wird erreicht?“ hin zu „Wie entsteht ein stabiler, steuerbarer und wirtschaftlicher iMSys-Betrieb?“. Der Mehrwert intelligenter Messsysteme entsteht nicht durch ihre Anzahl, sondern durch planbaren Einbau, verlässlichen Betrieb und nutzbare Datenqualität – insbesondere im Zusammenspiel mit dem Netzbetrieb.
Fokus: Belastbare Rollout- und Betriebsplanung statt isolierter Kennzahlen
Ein zukunftsfähiger Smart-Meter-Rollout erfordert eine belastbare Rollout-Planung entlang der Pflichteinbaufälle gemäß § 45 MsbG, die konsequent mit operativen und wirtschaftlichen Zielgrößen verknüpft wird. Zentrale Elemente sind dabei:

Transparente Priorisierung der Einbaufälle nach regulatorischen und netzbetrieblichen Kriterien

Verlässliche Termin- und Ressourcen-steuerung zur frühzeitigen Identifikation von Engpässen

Konsistenter Abgleich von Quote, Gerätestatus und Zeitachse zur vorausschauenden Steuerung von Abweichungen
Digitale Rollout-Planungswerkzeuge wie das Rollout-Planungstool von B+K unterstützen diesen Ansatz, indem sie Smart-Meter-Daten strukturiert zusammenführen und operative Risiken frühzeitig sichtbar machen. Planung wird damit vom reinen Reporting-Erfordernis zu einem aktiven Steuerungsinstrument für Messstellenbetreiber.
Wirtschaftlicher iMSys-Betrieb wird zum zentralen Thema im Smart-Meter-Rollout
Mit zunehmender Anzahl installierter intelligenter Messsysteme verschiebt sich der Schwerpunkt zwangsläufig vom Einbau hin zum laufenden iMSys-Betrieb. Überwachung, Störungsbearbeitung und Systemverfügbarkeit werden zu entscheidenden Kosten- und Qualitätsfaktoren. Ein wirtschaftlicher Betrieb von iMSys ist dabei keine Selbstverständlichkeit, sondern erfordert strukturierte Prozesse und geeignete technische Unterstützung.
Insbesondere die kontinuierliche Überwachung installierter Systeme gewinnt an Bedeutung:
frühzeitiges Erkennen von Kommunikations- oder Geräteproblemen
Reduktion manueller Prüf- und Klärungsaufwände
Vermeidung kostenintensiver Vor-Ort-Einsätze
Mit Lösungen wie Argos.GridGuard stehen erstmals spezialisierte Systeme zur Verfügung, die eine strukturierte iMSys-Überwachung ermöglichen und bestehende VDE-Empfehlungen berücksichtigen. Sie markieren den Übergang vom reaktiven Störungsmanagement zu einem planbaren, wirtschaftlichen und skalierbaren Betrieb der Messstelleninfrastruktur.
Der Smart-Meter-Rollout ist kein Selbstzweck. Messstellenbetreiber, die sich weiterhin ausschließlich an Einbauquoten orientieren, erfüllen zwar regulatorische Mindestanforderungen, gestalten jedoch ihre betriebliche Realität nicht aktiv. Erst die Kombination aus belastbarer Rollout-Planung, wirtschaftlichem iMSys-Betrieb und unterstützenden Softwaresystemen ermöglicht einen Netz- und Messstellenbetrieb, der stabil, effizient und zukunftsfähig ist.


