Kommentar von Jens Ungerer, Geschäftsführer von Bittner+Krull, zu den eingeleiteten Verfahren gegen KMU wegen verpassten Quoten beim Smart-Meter-Rollout.
77 eingeleitete Verfahren und drohende Zwangsgelder: Die Bundesnetzagentur macht ernst beim Smart-Meter-Rollout. Nur: Wen trifft sie damit?
Nicht die Großen. Die liegen bei 27 Prozent, die Gesamtquote bei 23,3 Prozent. Der Markt hat insgesamt geliefert. Die Verfahren richten sich gegen Unternehmen, die zusammen gerade mal ein Prozent des Pflichtrollouts repräsentieren, allerdings die gesetzlich geforderte 20‑Prozent‑Quote für intelligente Messsysteme bisher nicht erreicht haben.
Das ist Symbolpolitik auf dem Rücken des Mittelstands.
Das eigentliche Problem heißt Überforderung
Wer kleine Messstellenbetreiber kennt, weiß: Diese wollen liefern. Was fehlt, ist nicht der Wille, sondern Ressourcen und Kapazitäten zur Umsetzung. Jahrelang keine zertifizierten Geräte, wechselnde Standards, komplexe IT-Anforderungen, kein Personal.
Jetzt, wo endlich Bewegung in den Markt kommt, folgt die Strafe.
Verschärfend kommt hinzu: Vielen fehlt schlicht die Datenbasis, um zielgerichtet zu handeln. Welche Messstellen fallen unter die Quote? Welche Einbaufälle sind prioritär? Wo steht man und wo muss man bis wann stehen? Werkzeuge, die großen Betreibern selbstverständlich sind, fehlen hier völlig.
Druck von oben löst das nicht.
Was jetzt gebraucht wird
Was hilft, ist nicht mehr Druck, sondern Klarheit über den eigenen Stand. Wer seinen Rollout-Status kennt, Szenarien modellieren und Maßnahmen auf ihre Quotenwirkung prüfen kann, der kann planen. Und wer planen kann, ist der Lieferung einen entscheidenden Schritt näher.
Das ist kein Hexenwerk, es gibt softwarebasierte Lösungen dafür. Und genau das brauchen viele kleine Betreiber jetzt – bevor das nächste Zwangsgeld ins Haus flattert.
Wir arbeiten täglich mit Messstellenbetreibern, die vor dieser Herausforderung stehen. Sprechen Sie uns an.


